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30 April 2018 Nachweise seltener Spinnentiere in Wäldern der Osteifel (Rheinland-Pfalz) (Araneae: Agelenidae, Araneidae, Linyphiidae, Theridiidae; Opiliones: Ischyropsalididae)
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Abstract

Records of rare arachnids from forests in the Eastern Eifel (Rhineland-Palatinate, Germany) (Araneae: Agelenidae, Araneidae, Linyphiidae, Theridiidae; Opiliones: Ischyropsalididae). New species records for the Rhineland-Palatinate (Germany) from studies in forests from the Eastern Eifel region are reported. Ischyropsalis hellwigii hellwigii (Panzer, 1794) is recorded for the first time west of the river Rhine. Other remarkable species are Oreonetides quadridentatus (Wunderlich, 1972), to date known from only ten other localities in Germany, Coelotes atropos (Walckenaer, 1830), Gibbaranea omoeda (Thorell, 1870) and Robertus scoticus Jackson, 1914.

Als generalistische Prädatoren spielen Spinnen in Waldökosystemen eine große Rolle bei der Regulation von Arthropodenpopulationen. Ökosystemfunktionen wie die Streuabbaurate können durch sie indirekt beeinflusst werden (Lawrence & Wise 2000). Durch die leichte Erfassbarkeit mit Bodenfallen, ihre hohe Abundanz und Diversität und ihre Bedeutung im Ökosystem werden Spinnen häufig als Bioindikatoren, z.B. im Zusammenhang mit forstlichen Bewirtschaftungsmethoden eingesetzt (Loch 2002, Junker 2005, Oxbrough et al. 2005; vgl. dazu auch Gossner et al. 2014, Gao et al. 2015). Daher kann vor allem die laufaktive epigäische Spinnenfauna in Deutschland als gut untersucht gelten. Dagegen sind Arten, die keine epigäische Lebensweise aufweisen, in Bodenfallen unterrepräsentiert oder werden darin gar nicht erst gefangen. Dies betrifft vor allem Arten höherer Straten, aber auch Vertreter mit einer hemi- bis euedaphischen Lebensweise. In den letzten Jahren sind jedoch auch vermehrt Untersuchungen an Baumstämmen und -kronen durchgeführt worden, um die Lücken im Wissen über die Verbreitung und Ökologie baumbewohnender Spinnen zu füllen (Blick & Goßner 2006, Otto & Floren 2007, 2010, Blick 2011). Arten mit einer entsprechenden Lebensweise finden sich in Bodenfallen meist nur als Einzelfunde, wobei diese aber dennoch von besonderem Interesse sind, da sie helfen können, Verbreitungslücken zu schließen. Nachfolgend werden hier entsprechende Nachweise, die im Rahmen verschiedener Untersuchungen in Wäldern der östlichen Eifel gesammelt werden konnten, präsentiert.

Material und Methoden

Die Probenahmen erfolgten in Buchenwäldern, Fichten- und Douglasienforsten der Eifel im Landkreis Ahrweiler. Naturräumlich ist das Untersuchungsgebiet Teil der zu der Osteifel gehörigen Ahreifel. Das Gebiet ist vor allem durch die Ahr und ihre Zuflüsse beeinflusst, die das Ahrgebirge durch zahlreiche Kerbtäler reliefieren. Das dort vorherrschende Klima ist subozeanisch geprägt, was feuchte, mäßig warme Sommer und milde Winter bedeutet. Regional ist das Wetter aber sehr stark von der jeweiligen Höhenlage abhängig. Die Untersuchungsgebiete umfassten Flächen der submontanen bis montanen Höhenstufe. Das Untergrundgestein in der Eifel setzt sich aus ehemals in einem Meerbecken abgelagertem Tonschiefer, Quarzit, Sandstein und Kalkstein aus dem Devon zusammen (Meyer 2013). Aus ihnen entstanden durch Verwitterung vor allem Braunerden. Die Böden der Untersuchungsflächen sind frisch bis mäßig trocken bei einer mäßig geringen bis geringen Basenstufe.

Die hier vorgestellten Exemplare wurden allesamt mit Bodenfallen nach Barber (1931) mit einem Fallendurchmesser von 11 cm erfasst. Als Fangflüssigkeit diente Ethylenglykol (95 %) mit einem Tropfen Spülmittel zur Reduktion der Oberflächenspannung. Gefangen wurde während der Vegetationsperiode 2014 (Mai bis Oktober) mit einem zweiwöchigen Leerungsintervall. Die angegebenen Funddaten beziehen sich jeweils auf das Leerungsdatum der Bodenfallen. Die verwendete Bestimmungsliteratur wird im Artenteil aufgeführt. Belegexemplare der hier vorgestellten Arten sind in der Arachniden-Sammlung des Staatlichen Museum für Naturkunde in Karlsruhe (SMNK) hinterlegt. Dazugehörige Sammlungs nummern sind bei den Arten aufgeführt. Die bei der Art Robertus scoticus angegebene Sammlungs nummer bezieht sich auf ein Exemplar (♂), das zwar auch im Rahmen dieser Probenahme gefangen wurde, jedoch lag die Untersuchungsfläche in Nordrhein-Westfalen (Kronenburg, 50.37561°N, 6.48394°E). Daher wird auf dieses Exemplar hier nicht näher eingegangen. Die anderen Individuen dieser Art befinden sich in der Sammlung des Erstautors. Die Koordinaten sind in dem geodätischen Datum WGS84 angegeben. Um eine bessere Vorstellung von der vorherrschenden Spinnenzönose an den jeweiligen Standorten zu vermitteln, werden zusätzlich die Hauptarten (nach Engelmann 1978) angegeben. Die kompletten Artenlisten werden in einer zusammenfassenden Arbeit gesondert veröffentlicht (KrämerKlement et al. in Vorb.). Da bis zum jetzigen Zeitpunkt weder eine Checkliste noch eine Rote Liste der Spinnentiere für Rheinland-Pfalz existiert, wurde zur Beurteilung der Verbreitung der Arten der Atlas der Spinnentiere Europas der Arachnologischen Gesellschaft herangezogen (Arachnologische Gesellschaft 2017). An diesen wurden die hier dargestellten Funde auch weitergeleitet.

Ergebnisse und Diskussion

Arachnida: Opiliones

Ischyropsalis hellwigii hellwigii (Panzer, 1794)

  • DEUTSCHLAND, Rheinland-Pfalz, Leimbach, 50.41525°N, 6.97197°E, 619 m ü. NN, Buchenwald (Hordelymo-Fagetum), 24.x.2014, 1 Expl., SMNK-OPIL 0592; Martens (1978)

  • Martens (1978) beschreibt die Art als Bewohner feuchtkühler Mittelgebirgs- und Alpenwälder. Während Martens (1965) noch postulierte, die Art sei aufgrund ihrer Ökologie, nämlich u.a. einer Bindung an liegendes Totholz, ein Indikator für Naturnähe, relativierten Loch & Kerck (1999) diese Aussage später mit neueren Funden. Sie konnten auch Nachweise aus Wirtschaftswäldern erbringen, in denen Verstecke aus Moospolstern, Steinen oder auch einer dichten Krautschicht die besonderen Feuchtigkeitsansprüche dieser Art bedienen konnten.

  • Die Untersuchungsfläche liegt auf der südostexponierten Bergseite der „Hohen Warte“, was eine mäßige Trockenheit der Böden zur Folge hat. Es handelt sich um einen konventionell mit Schirmschlag bewirtschafteten Buchenwald dessen Baumschicht ausschließlich von der Rotbuche (Fagus sylvatica) gebildet wird. Aufgrund der hohen Wilddichte gibt es keine Strauchschicht. Durch das lichte Kronendach ist die Krautschicht deutlich ausgeprägt und auf etwa 30 % der Fläche zu finden. Diese wird von Arten des Galio-Fagetums dominiert, wobei das zerstreute Auftreten von Hordelymus europaeus auffällt, was für eine gute Nährstoffversorgung des Bodens spricht. Mit durchschnittlichen 3 cm bildet das Laub eine vergleichsweise dünne Streuschicht, das Totholzvolumen liegt bei etwa 12 m3/ha.

  • Bisher galt der Rhein als westliche Verbreitungsgrenze des Schneckenkankers (Bliss 1980, Arachnologische Gesellschaft 2017). Dieser Fund stellt den ersten linksrheinischen Nachweis dar und erweitert somit das Verbreitungsgebiet dieser Art in westlicher Richtung (Abb. 1).

Abb. 1:

Verbreitung von Ischyropsalis hellwigii hellwigii (links) und Coelotes atropos (rechts) in Deutschland (Arachnologische Gesellschaft 2017). Die hier dargestellten Nachweise sind rot eingefärbt.

Fig. 1: Distribution of Ischyropsalis hellwigii hellwigii (left) and Coelotes atropos (right) in Germany (Arachnologische Gesellschaft 2017). The records presented here are marked red.

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Arachnida: Araneae

Coelotes atropos (Walckenaer, 1830)

  • DEUTSCHLAND, Rheinland-Pfalz, Leimbach, 50.41525°N, 6.97197°E, 619 m ü. NN, Buchenwald (Hordelymo-Fagetum), 06.vi.2014 1♂, 1♂, SMNK-ARA 12274; 19.vi.2014 2♂; 03.vii.2014 2♂; 08.viii.2014 1♀; 07.ix.2014 1♂; 26.ix.2014 2♂, 1♀; 09.x.2014 2♂; 24.x.2014 6♂; Roberts (1995)

  • In Deutschland beschränken sich die Nachweise dieser als stark gefährdet eingestuften Art (Blick et al. 2016) hauptsächlich auf den westlichen Teil der Bundesrepublik (siehe Abb. 1). Aus Rheinland-Pfalz liegen von vier verschiedenen Orten Nachweise vor (Arachnologische Gesellschaft 2017). Coelotes atropos wurde auf derselben Untersuchungsfläche gefangen wie I. h. hellwigii (s. o., und Abb. 2). Ein Nachweis von Blick & Slembrouck (2003) stammt aus dem Naturschutzgebiet Ahrschleife bei Altenahr und damit aus der Nähe dieses Fundortes. Erwähnenswert ist, dass alle anderen dokumentierten Nachweise mehr als 20 Jahre zurückliegen. Wie schon von Blick & Slembrouck (2003) beobachtet, kamen auch auf dieser Fläche C. atropos und Coelotes terrestris (Wider, 1834) syntop vor, wobei C. terrestris eudominant war. Zwischen Mai und Oktober 2014 lag die Dominanz von C. terrestris an der Spinnenzönose dieser Untersuchungsfläche bei 67 %, während C. atropos nur auf einen Anteil von 5 % kam. Als weitere Hauptart mit 7 % trat Tenuiphantes zimmermanni (Bertkau, 1890) auf.

  • Sereda et al. (2012) wiesen eine hohe Aktivität von C. terrestris speziell zwischen den Monaten Juli und Oktober nach, während in den kälteren Monaten zwischen Dezember und Mai nur wenige Nachweise gelangen. Coelotes atropos wird von verschiedenen Autoren als winteraktive Art eingestuft (Aitchison 1981, Kefyn 1992). Ein Aktivitätsmaximum in den kälteren Monaten könnte der Grund für die geringe Nachweisdichte sein, da systematische Fänge mit Bodenfallen häufig nur während der Vegetationsperiode stattfinden.

Abb. 2:

Lebensraum von Ischyropsalis hellwigii hellwigii und Coelotes atropos

Fig. 2: Habitat of Ischyropsaiis hellwigii hellwigii and Coelotes atropos

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Robertus scoticus Jackson, 1914

  • DEUTSCHLAND, Rheinland-Pfalz, Hümmel, 50.45814°N, 6.84800°E, 343 m ü. NN, Buchenwald (Galio odorati-Fagetum), 26.ix.2014 2♂♂ Hümmel, 50.47281°N, 6.75178°E, 521 m ü. NN, Fichtenforst, 08.viii.2014 1♂, 09.X.2014 1♂; Hümmel, 50.47217°N, 6.76250°E, 533 m ü. NN, Fichtenforst, 22.viii.2014 2♂♂, 07.ix.2014 1♂, SMNK-ARA 12275; Roberts (1995)

  • Robertus scoticus ist in Deutschland mäßig häufig (Blick et al. 2016), die Nachweise sind über weite Teile zerstreut. Mit den Nachweisen in Rheinland-Pfalz fehlen nur noch Nachweise aus den nördlichsten Bundesländern sowie dem Saarland (Arachnologische Gesellschaft 2017).

  • Die Untersuchungsfläche in Hümmel liegt in einem Buchen-Totalreservat, das vor ca. 20 Jahren aus der Nutzung genommen und seitdem der natürlichen Entwicklung überlassen wurde. Sie ist charakterisiert durch eine östliche Exposition mit starker Hangneigung. Der Baumbestand wird hauptsächlich von Rotbuchen bestimmt, vereinzelt sind jedoch auch Traubeneichen (Quercus petraea) und Hainbuchen (Carpinus betulus) beigemischt. Die Kronenschicht ist stark geschlossen, was eine spärlich ausgeprägte Krautschicht zur Folge hat. Sie wird gebildet aus Arten des Galio-Fagetums der Festuca altissima-Ausprägung, wobei Arten der Athyrium filix-femina- und der Circaea lutetiana- Variante auf eine gute Wasserversorgung und eine konstante Luftfeuchte an der windabgewandten Seite des Hangs hindeuten. Die Laubstreu bildet eine etwa 5 cm dicke Auflageschicht, während der Bestand an Totholz etwa 20 m3/ha beträgt. Die Spinnenzönose setzte sich aus typischen Waldarten wie Coelotes terrestris (44 %), Tenuiphantes zimmermanni (13 %), Inermocoelotes inermis (L. Koch, 1855) (11 %), Histopona torpida (C.L. Koch, 1837) (9 %) und Diplocephalus picinus (Blackwall, 1841) (5 %) zusammen.

  • Die beiden Fichtenflächen, auf denen R. scoticus nachgewiesen werden konnte, entsprechen konventionellen Fichtenforsten, die als Wiederaufforstungen von Kahlschlagflächen entstanden sind. Typischerweise ist der Boden stark beschattet, was zu einer Abwesenheit von Strauch- und Krautschicht führt. Letztere findet sich ausschließlich im Bereich der Rückegassen, wo das Artenspektrum sich primär aus Vertretern der nitrophilen Saum- und Schlagflurengesellschaften zusammensetzt. Auffällig ist auf beiden Flächen eine ausgeprägte Moosschicht, die eine Deckung von 7 bzw. 36 % erreicht. Die Nadeln bilden hier jeweils eine Streuauflage von etwa 3 cm, das Totholzvolumina liegt bei 8 bzw. 16 m3/ha. Auf der erst genannten Fichtenfläche bestimmten Coelotes terrestris (29 %), Tenuiphantes tenebricola (Wider, 1834) (19 %), Inermocoelotes inermis (13 %) und Tenuiphantes zimmermanni (9 %) die Zönose. Auf der zweiten Fläche trat als eudominante Art Coelotes terrestris mit einem Anteil von 50 % auf. Ansonsten fielen hier nur noch die relativen Häufigkeiten der beiden Tenuiphantes Arten T. tenebricola (21 %) und T. zimmermanni (5 %) ins Gewicht.

  • Le Peru (2011) nennt als Lebensraum von R. scoticus vor allem Nadelwälder, Buchenwälder und Seggenriede. Wobei die bevorzugten Mikrohabitate laut Wiehle (1937) und Palmgren (1974) aus feuchten Moospolstern bestehen. Das in der gesamten Vegetationsperiode 2014 ausschließlich Männchen nachgewiesen werden konnten, lässt sich also mit der Ökologie dieser Art erklären. Während die Männchen die Moospolster zwecks Partnersuche verlassen, besitzen die Weibchen vermutlich eine ehr stationäre Lebensweise und verbleiben ohne entsprechende Störungen in ihren jeweiligen Mikrohabitaten.

Gibbaranea omoeda (Thorell, 1870)

  • DEUTSCHLAND, Rheinland-Pfalz, Hümmel, 50.46089°N, 6.76556°E, 439 m ü. NN, Douglasienforst, 23.vii.2014 1♂, SMNK-ARA 14289; Roberts (1995)

  • Schon Wiehle (1931) erkannte die Krone von Nadelbäumen als präferierten Lebensraum dieser Art und die daraus resultierenden Probleme für die Nachweisbarkeit von G. omoeda. Bei einer gezielten Untersuchung von Nadelbaumkronen konnte die Art beispielsweise sowohl auf Fichten als auch auf Douglasien nachgewiesen werden (Blick & Goßner 2006). Dies spiegelt sich auch in der geringen, aber breit gestreuten Nachweisdichte für Deutschland wieder (s. Abb. 3). In der aktuellen Roten Liste für Deutschland ist die Art als selten eingestuft (Blick et al. 2016). Für Rheinland-Pfalz ist dies der erste Nachweis.

  • Der Fundort lag in einem konventionell bewirtschafteten Douglasienforst, der durch die Wiederaufforstung einer vorher landwirtschaftlich genutzten Grünfläche entstanden ist. Daher wird der Baumbestand ausschließlich von etwa 50 jährigen Douglasien gebildet und entspricht damit einem klassischen Altersklassenwald. Auf Grund vergangener Durchforstungen ist die Kronenschicht aufgelichtet. Eine Krautschicht ist auf ca. 30 % der Fläche zu finden und besteht vor allem aus Grasarten des Galio-Fagetums und Arten der nitrophilen Saumgesellschaften sowie der azido- und nitrophilen Gebüsche. Hochgewachsene Gebüsche wachsen auf etwa 10 % der Fläche. Die Streuauflage weist eine Dicke von ca. 3 cm auf. Der Bestand besaß ein Totholzvolumen von mindestens 11 m3/ha. Die dominanten Arten auf dieser Fläche waren Coelotes terrestris (41 %), Tenuiphantes zimmermanni (22 %), Tenuiphantes tenebricola (14 %) und Diplocephalus latifrons (O. P.-Cambridge, 1863) (5 %).

Oreonetides quadridentatus (Wunderlich, 1972)

  • DEUTSCHLAND, Rheinland-Pfalz, Ohlenhard, 50.44950°N, 6.76389°E, 494 m ü. NN, Fichtenforst, 07.ix.2014 1♂, SMNK-ARA 14291; Wunderlich (1972), Heimer & Nentwig (1991)

  • Bislang gibt es für Deutschland nur Nachweise von zehn Standorten, die alle im südlichen Teil der Bundesrepublik liegen (siehe Abb. 3). Dies spiegelt sich auch in der Bewertung „Daten defizitär“ in der Roten Liste wieder (Blick et al. 2016). Der nordwestlichste Nachweis stammt dabei aus Aachen von Roß-Nickoll (2000), der südlichste aus Jettingen in Bayern von Blick (2011). Dies ist nun der erste Nachweis in Rheinland-Pfalz für diese seltene Linyphiidae. Weitere Funde wurden außerdem aus Belgien, Luxemburg Frankreich, Österreich und Tschechien gemeldet (Thaler 1981, Bosmans et al. 1986, Baert & Kekenbosch 2011, Kopecký & Tuf 2013).

  • Der Fundort des hier vorgestellten Nachweises lag in einer relativ jungen Fichtenpflanzung (~33 Jahre). Die Standortbeschreibung entspricht weitgehend den beiden oben beschriebenen Fichtenflächen, in denen R. scoticus gefunden wurde. Also konventionelle Fichtenforste ohne ausgeprägte Strauch- oder Krautschichten. Die Moosschicht war hier jedoch stärker ausgeprägt, mit einer Flächendeckung von über 50 % und auch der Anteil von Totholz war mit 34 m3/ ha höher. Hauptarten der Araneae waren hier Tenuiphantes tenebricola (41 %), Coelotes terrestris (36 %) und Tenuiphantes zimmermanni (4 %).

  • Kopecký & Tuf (2013) konnten O. quadridentatus in ihrer Untersuchung vor allem mit Subterranfallen nachweisen und stellten die Hypothese auf, dass die Art möglicherweise hemi- bis euedaphisch lebt, mit einer Frühjahrsmigration auf Baumstämme. Die Arbeit von Blick (2011) bestätigt diese These mit Nachweisen in Stammeklektoren in den Monaten März, April und Mai. Andere Vertreter dieser Gattung sind als troglobiont bekannt (Paquin et al. 2009).

Abb. 3:

Verbreitung von Gibbaranea omoeda (links) und Oreonetides quadridentatus (rechts) in Deutschland (Arachnologische Gesellschaft 2017). Die hier dargestellten Nachweise sind rot eingefärbt.

Fig. 3: Distribution of Gibbaranea omoeda (left) and Oreonetides quadridentatus (right) in Germany (Arachnologische Gesellschaft 2017). The records presented here are marked in red.

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Danksagung

Wir danken Hubert Höfer und Tobias Bauer vom Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe für die Überprüfung der Arten und das Einpflegen der Belege bzw. Daten in die Sammlung des SMNK. Steffen Bayer, einem anonymen Reviewer und der Schriftleitung der Arachnologischen Mitteilungen sei für die kritische Durchsicht des Manuskriptes gedankt. Des Weiteren danken wir dem Team vom Spinnen Forum der Arachnologischen Gesellschaft und dem dazugehörigen Wild für die gebündelte Zusammenstellung wertvoller Informationen. Dank gebührt auch der Dr. Axe-Stiftung für die finanzielle Unterstützung.

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Received: 23 November 2017; Accepted: 1 March 2018; Published: 30 April 2018
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