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27 April 2021 Ein Beitrag zur Springspinnenfauna (Araneae: Salticidae) der griechischen Insel Korfu mit vier Erstnachweisen für die Insel und Anmerkungen zur Gattung Salticus
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Abstract

During a survey of the jumping spider fauna of the Greek island of Corfu, 30 species in 18 genera were recorded. Four species, Heliophanus equester L. Koch, 1867, Neaetha absheronicaLogunov & Guseinov, 2002, Pellenes floriiSchäfer, 2020 and Talavera aequipes (O. Pickard-Cambridge, 1871) were recorded on the island for the first time. In addition, the previously unknown female of Salticus unicolor (Simon, 1868) is described and three new synonymies are proposed within the genus Salticus: Salticus mandibularis (Simon, 1868) = S. unciger (Simon, 1868) syn. nov., Salticus olivaceus (L. Koch, 1867) = S. propinquusLucas, 1846syn. conf. and Salticus quaggaMiller, 1971 = S. unicolorsyn. nov.. Moreover, a number of taxonomic problems regarding the genus Pellenes are briefly discussed.

Die griechische Insel Korfu (Kέρκυρα) ist mit 585312 km2 die zweitgrößte der Ionischen Inseln und die siebtgrößte Insel Griechenlands. Im Ionischen Meer direkt vor der Nordwestküste des griechischen Festlands gelegen, nähert sie sich im Norden bis auf zwei Kilometer der albanischen Küste an. Durch ihre sehr nördliche Lage, im Vergleich zu anderen griechischen Inseln wie beispielsweise in der Ägäis, ist hier das Klima wesentlich ausgeglichener. Die Fauna Korfus enthält daher auch zusätzlich zu den mediterranen viele submediterrane und zentraleuropäische Elemente, wohingegen vorderasiatische oder nordafrikanische Arten, wie auf Kos, Kreta oder Rhodos (vgl. Schäfer 2016, 2020, Schäfer & Breitling 2018) weitgehend fehlen.

Wie viele griechische Inseln ist auch die Insel Korfu hinsichtlich ihrer Salticiden-Fauna recht gut erforscht. Die ersten Nachweise aus Sammlungen bekannter Arachnologen, wie J. Erber, E. Keyserling, C. L. Koch, L. Koch, M. A. Letourneux, O. Pickard-Cambridge oder E. Simon, stammen schon aus dem 19. Jahrhundert (Koch 1867, Simon 1868, 1880, 1884). In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts kamen neue Nachweise von Reimoser (1930) und Bristowe (1935) hinzu, ehe Wesołowska (1986) und Metzner (1999) ein weiteres halbes Jahrhundert später erneut unsere Kenntnisse zur Springspinnen-Fauna der Insel bereicherten. Eine detaillierte Auflistung aller Nachweise für Korfu bis zum Jahre 2005 findet man im Katalog der Spinnen Griechenlands (Bosmans & Chatzaki 2005). Weitere Funde der jüngeren Vergangenheit stammen von Lecigne (2013) und Russel-Smith (2014).

Interessant zu erwähnen ist außerdem, dass Korfu für 17, zum Teil noch immer valide Springspinnen-Arten die Typus-Lokalität darstellt (Tab. 2 und 3). Die Mehrzahl davon wurde anhand von Material, das Pickard-Cambridge auf Korfu sammelte, bereits durch Simon in seinem Standardwerk über die Salticiden Europas erstbeschrieben (Simon 1868).

Material und Methoden

Zwischen 24. Juni und 3. Juli 2019 konnten auf der griechischen Insel Korfu 30 Springspinnenarten aus 18 Gattungen nachgewiesen werden. Insgesamt wurden vom Autor im Nordteil der Insel 109 Einzelindividuen an 16 Lokalitäten (Tab. 1) mit Klopfschirm, Kescher und von Hand gesammelt. Das Material wurde vom Autor bestimmt. Die dafür genutzte Literatur und das gegebenenfalls verwendete Vergleichsmaterial werden in der nachfolgenden Liste bei jeder der Arten im Einzelnen aufgeführt. Einige der Tiere wurden als Jungtiere aufgesammelt und später zur Reifehäutung gebracht. In diesen Fällen wird das Datum der Reifehäutung separat ausgewiesen. Weiterhin wurden aus Gelegen von Heliophanus tribulosus, Pseudeuophrys obsoleta, Salticus unicolor und Salticus unciger mehrere Jungtiere zur Reife gebracht, welche, als solche gekennzeichnet, ebenfalls als Material in die Artenliste eingeflossen sind. Vergleichsmaterial wurde aus folgen-den Sammlungen ausgeliehen: NHMW – Naturhistorisches Museum Wien, A (Kurator: Christoph Hörweg), NMPC – Národní muzeum Praha, CZ (Kurator: Petr Dolejš), OUMNH – Oxford University Museum of Natural History, UK (Kuratorin: Zoë Simmons), PCMS – Private Sammlung Michael Schäfer, PCSI – Private Sammlung Simeon Indzhov.

Die Nomenklatur der einzelnen Arten sowie die Angaben zu deren bekannter Verbreitung folgen dem World Spider Catalog (2021). Sämtliche auf Korfu gesammelten Tiere wurden als Belege in 70% Ethanol konserviert und in der Sammlung des Autors archiviert. Alle Fotos, bis auf die der Holotypen von Salticus mandibularis und S. unicolor sowie der potenziellen Syntypen von Pellenes laevigatus und P. calvus (© OUMNH), wurden durch den Autor angefertigt. Die Fotos des Autors entstanden mit Canon Spiegelreflex-Kameras (EOS 50D/EOS 5D Mark IV). Dabei wurde für die Le-bendfotos ein Canon MP-E 65mm Lupenobjektiv verwendet. Für die Aufnahmen der Genitalpräparate kamen die Kameras direkt montiert am Fototubus eines Motic SMZ-168 TP Stereomikroskops zum Einsatz. Die Beschreibung von Salticus unicolor orientiert sich formal und hinsichtlich der angegebenen Maße an Metzner (1999: Abb. 2). Um eine möglichst gute Vergleichbarkeit mit den abzugrenzenden Arten zu gewährleisten, dienten dabei die Beschreibungen der Gattung Salticus (Metzner 1999: 111-118) als direkte Vorlagen. Alle Grafiken wurden mittels der Software Inkcape unter Zuhilfenahme fotografierter Genitalpräparate als Vorlage vom Autor erstellt. Messungen ohne Maßeinheit sind in Millimeter angegeben.

Tab. 1:

Fundorte der gesammelten Tiere mit Koordinaten, Höhenangaben in m ü. NN und Anzahl gesammelter Tiere (Zahlen in Klammern stellen nachgezüchtete Individuen dar)

Tab. 1: Localities of the collected specimens with co-ordinates, altitude in m a.s.l. and number of collected specimens (numbers in brackets represent captive-bred specimens)

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Erfasste Arten

Euophrys frontalis (Walckenaer, 1802)

  • GRIECHENLAND, Korfu, L1, Mauer, 28. Jun. 2019: 1 ♂.

  • Bestimmung. Metzner (1999).

  • Verbreitung. Europa, Türkei, Kaukasus, Russland (Europa bis Fernost), Kasachstan, Iran, Zentralasien, China, Korea, Japan (WSC 2021).

  • Euophrys rufibarbis (Simon, 1868)

  • GRIECHENLAND, Korfu, L2, Düne, unter Eryngium maritimum, 24. Jun. 2019: 1 j – Reifehäutung 02. Nov. 2019: 1 ♀; L3, unter Steinen und in Laubstreu, 25. Jun. 2019: 4 jj – Reifehäutung 13. Okt. 2019: 2 ♂♂, 9. Nov. 2019: 1 ♀, 29. Jan. 2020: 1 ♀; L2, Düne, unter Otanthus maritimus, 29. Jun. 2019: 4 jj – Reifehäutung 26. Okt. 2019: 2 ♂♂, 29. Jan. 2020: 1 ♀, 10. Feb. 2020: 1 ♀; L4, Wegrand, Steine, 30. Jun. 2019: 6 jj – Reifehäutung 13. Okt. 2019: 3 ♂♂, 02. Nov. 2019: 1 ♀, 9. Nov. 2019: 2 ♀♀; L5, unter und auf Steinen, 30. Jun. 2019: 1 j – Reifehäutung 9. Nov. 2019: 1 ♂.

  • Bestimmung. Metzner (1999).

  • Verbreitung. Südeuropa, Nordafrika, Türkei, China (WSC 2021).

  • Evarcha jucunda (Lucas, 1846)

  • GRIECHENLAND, Korfu, L6, Büsche, 24. Jun. 2019: 2 ♀♀; L1, Betonblöcke, 25. Jun. 2019: 1 ♂; L7, auf Juniperus, 27. Jun. 2019: 2 ♂♂, 1 j – Reifehäutung 10. Aug. 2019: 1 ♀; L6, auf Ginster, 29. Jun. 2019: 2 ♀♀.

  • Bestimmung. Logunov (2015), Metzner (1999).

  • Verbreitung. Kanarische Inseln, Mittelmeerraum. Eingeführt in Belgien, Deutschland (WSC 2021).

  • Habrocestum graecum Dalmas, 1920

  • GRIECHENLAND, Korfu, L4, Wegrand, Steine, 30. Jun. 2019: 1 ♂, 1 ♀; L5, auf und unter Steinen, 30. Jun. 2019: 2 ♂♂, 2 ♀♀.

  • Bestimmung. Metzner (1999).

  • Verbreitung. Griechenland (WSC 2021).

  • Heliophanus equester L. Koch, 1867

  • GRIECHENLAND, Korfu, L8, Straßenrand, Busch, 25. Jun. 2019: 1 ♀; L6, auf Ginster, 29. Jun. 2019: 1 ♀.

  • Bestimmung. Metzner (1999), Wesołowska (1986).

  • Verbreitung. Italien bis Aserbaidschan, Iran (WSC 2021). Neu für Korfu.

  • Heliophanus kochii Simon, 1868

  • GRIECHENLAND, Korfu, L6, Büsche, 24. Jun. 2019: 2 jj – Reifehäutung 11. Jan. 2020: 1 ♀, 11. Sep. 2020: 1 ♂; L9, Wegrand, Gras, 26. Jun. 2019: 1 j – Reifehäutung 21. Sep. 2019: 1 ♀.

  • Bestimmung. Metzner (1999), Wesołowska (1986).

  • Verbreitung. Makaronesien, Nordafrika, Europa, Türkei, Kaukasus, Naher Osten, Kasachstan. Eingeführt in Kanada, USA (WSC 2021).

  • Heliophanus lineiventris Simon, 1868

  • GRIECHENLAND, Korfu, L10, auf Verbascum, 26. Jun. 2019: 1 ♀; L2, hinter Düne an Gräsern, 29. Jun. 2019: 6 jj – Reifehäutung 02. Nov. 2019: 1 ♂, 11. Nov. 2019: 2 ♂♂, 15. Nov. 2019: 1 ♂, 22. Nov. 2019: 1 ♂, 1. Apr. 2020: 1 ♀.

  • Bestimmung. Metzner (1999), Wesołowska (1986).

  • Verbreitung. Europa (ohne Britische Inseln und Skandinavien), Türkei, Kaukasus, Russland (Europa bis Fernost), China, Mongolei, Korea, Japan (WSC 2021).

  • Heliophanus melinus L. Koch, 1867

  • GRIECHENLAND, Korfu, L6, Büsche, 24. Jun. 2019: 1 ♀; L11, Wiese, 26. Jun. 2019: 1 ♂; L9, unter Steinen im Gespinst, 26. Jun. 2019: 1 ♀.

  • Bestimmung. Metzner (1999), Wesołowska (1986).

  • Verbreitung. Europa (ohne Britische Inseln und Skandinavien),Türkei (WSC 2021).

  • Heliophanus tribulosus Simon, 1868

  • GRIECHENLAND, Korfu, L6, Büsche, 24. Jun. 2019: 1 ♂, 1 ♀, 2. Aug. 2019: 1 Eikokon (in Gefangenschaft) – Reifehäutung 23. Mrz. 2020: 2 ♂♂, 27. Mrz. 2020: 1 ♂, 17. Mai 2020: 1 ♂, 9. Jun. 2020: 1 ♀, 13. Jun. 2020: 1 ♂; L7, auf Juniperus, 27. Jun. 2019: 2 jj – Reifehäutung 11. Jan. 2020: 1 ♂, 13. Mai. 2020: 1 ♀; L5, unter und auf Steinen, 30. Jun. 2019: 1 j – Reifehäutung 30. Jan. 2020: 1 ♀.

  • Bestimmung. Metzner (1999), Wesołowska (1986).

  • Verbreitung. Europa bis Kasachstan (WSC 2021).

  • Leptorchestes berolinensis (C. L. Koch, 1846)

  • GRIECHENLAND, Korfu, L2, Olivenbaum, Stamm, 29. Jun. 2019: 1 ♂.

  • Bestimmung. Metzner (1999), Wesołowska & Szeremeta (2001).

  • Verbreitung. Europa bis Turkmenistan (WSC 2021).

  • Macaroeris nidicolens (Walckenaer, 1802)

  • GRIECHENLAND, Korfu, L8, Straßenrand, Busch, 25. Jun. 2019: 1 ♀; L12, Mauer, 26. Jun. 2019: 1 ♂, 1 ♀.

  • Bestimmung. Metzner (1999).

  • Verbreitung. Makaronesien, Europa, Nordafrika, Türkei, Kaukasus, Turkmenistan, Iran. Eingeführt in Sri Lanka (WSC 2021).

  • Marpissa nivoyi (Lucas, 1846)

  • GRIECHENLAND, Korfu, L13, auf Steinen, 28. Jun. 2019: 1 ♂.

  • Bestimmung. Metzner (1999).

  • Verbreitung. Europa (ohne Fennoskandinavien), Marokko, Algerien, Türkei, Kaukasus, Iran, Russland (Europa bis Zentralasien) (WSC 2021).

  • Menemerus semilimbatus (Hahn, 1829)

  • GRIECHENLAND, Korfu, L1, Mauer, 24. Jun. 2019: 1 ♂.

  • Bestimmung. Metzner (1999), Wesołowska (1999).

  • Verbreitung. Kanarische Inseln, Mittelmeerraum, Osteuropa, Türkei, Kaukasus, Iran. Eingeführt in Argentinien, Chile, USA (WSC 2021).

  • Neaetha absheronica Logunov & Guseinov, 2002

  • GRIECHENLAND, Korfu, L2, Düne, unter Eryngium maritimum, 24. Jun. 2019: 1 ♀; L2, Düne, unter Otanthus maritimus, 29. Jun. 2019: 1 j – Reifehäutung 9. Aug. 2020: 1 ♂.

  • Sonstiges Material.

  • BULGARIEN, Steppenmagerrasen bei Novo Selo, 42,097997°N 24,466490°E, 298 m ü. NN, 10. Mai 2018: 2 ♂♂(PCMS, leg. A. Grabolle).

  • Bestimmung. Lecigne (2016), Logunov & Guseinov (2002), Schäfer & Klimsa (2017).

  • Verbreitung. Albanien, Nordmazedonien, Griechenland, Türkei, Aserbaidschan (WSC 2021). Neu für Bulgarien und Korfu.

  • Laut Logunov & Guseinov (2002) ist es sehr wahrscheinlich, dass viele griechische Nachweise von Neaetha membrosa (Simon, 1868) aus der Vergangenheit Neaetha absheronica zuzuordnen sind. Auch die Zeichnungen des von Metzner untersuchten griechischen N. membrosa-Materials weisen, zumindest was das Weibchen betrifft, die typische Genitalmorphologie von N. absheronica auf (Metzner 1999: 239, Tafel 85). Beim in Metzner (1999) abgebildeten Palpus ist die Artzugehörigkeit hingegen nicht ganz so eindeutig. Hier könnte es sich neben N. absheronica auch um eine weitere bisher noch unbeschriebene Art aus der Gattung handeln (vgl. Neaetha sp. in Schäfer & Klimsa 2017). Der einzige Nachweis von N. membrosa für Korfu beruht auf Metzners Neubewertung des korfiotischen Materials von N. cerussata (Simon, 1868) aus der Sammlung Pickard-Cambridge (BMNH) als N. membrosa. Da Metzner hier augenscheinlich von der Genitalmorphologie des von ihm untersuchten griechischen Materials ausgegangen ist, ist anzunehmen, dass es sich hier nicht um N. membrosa handelt. Ob es sich um N. absheronica handelt, muss offen bleiben, da unklar ist, welches Material Metzner als Vorlage für seine Palpus-Zeichnung diente. Im SMNK liegt nur ein von Metzner deponiertes Pärchen der Gattung (SMNK-ARA 1762). Dieses stammt von der Halbinsel Peloponnes und kann zumindest beim Männchen nicht Grundlage der Zeichnung gewesen sein, da diesem kein Palpus abgetrennt wurde (T. Bauer in litt.). Weitere N. membrosa-Nachweise für Korfu sind nicht bekannt. Ein Vorkommen von N. membrosa auf der Insel Korfu ist daher als zweifelhaft anzusehen.

  • Neon levis (Simon, 1871)

  • GRIECHENLAND, Korfu, L12, Mauer, 27. Jun. 2019: 1 ♂.

  • Bestimmung. Metzner (1999).

  • Verbreitung. Europa, Nordafrika, Naher Osten, Türkei, Kaukasus, Iran, Russland (Europa bis Südsibirien), Kasachstan, Zentralasien, China (WSC 2021).

  • Pellenes diagonalis (Simon, 1868)

  • GRIECHENLAND, Korfu, L11, steiniger Weg, 26. Jun. 2019: 1 ♀.

  • Bestimmung. Metzner (1999).

  • Verbreitung. Nordmazedonien, Bulgarien, Griechenland, Türkei, Kaukasus, Israel, Iran (WSC 2021).

  • Pellenes florii Schäfer, 2020

  • GRIECHENLAND, Korfu, L12, Beet-Einfassung, 29. Jun. 2019: 1 ♀; L14, Düne, unter Eryngium maritimum, 3. Jul. 2019: 1 ♀.

  • Bestimmung. Schäfer (2020).

  • Verbreitung. Griechenland (Kreta) (WSC 2021). Neu für Korfu.

  • Pellenes geniculatus (Simon, 1868)

  • GRIECHENLAND, Korfu, L11, steiniger Weg, 26. Jun. 2019: 1 ♀.

  • Sonstiges Material. Pellenes calvus (Simon, 1868): GRIECHENLAND, Korfu, coll. O. Pickard-Cambridge: 1 ♂(OUMNH 1745.25), eventuell Teil der Syntypus-Serie (Simmons in litt.). Pellenes laevigatus (Simon, 1868): GRIECHENLAND, Korfu, coll. O. Pickard-Cambridge: 1 ♂(OUMNH 1747.16); "PALESTINE?", coll. O. Pickard-Cambridge: 2 ♂♂, 1 ♀ (OUMNH 1833.58.67).

  • Bestimmung. Metzner (1999).

  • Verbreitung. Südeuropa, Afrika, Türkei, Ukraine, Kaukasus, Naher Osten, Iran, Kasachstan, Zentralasien (WSC 2021).

  • An dieser Stelle sei noch einmal auf die Art P. laevigatus hingewiesen, welche Simon (1868) anhand von Material beschrieb, das Pickard-Cambridge auf Korfu sammelte (vgl. auch Schäfer 2020). Sollte es sich beim Material aus Oxford (OUMNH 1747.16 und 1833.58.67, Abb. 1-2), welches ebenfalls aus der Sammlung von Pickard-Cambridge stammt, tatsächlich um einen Syntypus von P. laevigatus handeln (Simmons in litt.), dann ist diese Art als ein Synonym von P. geniculatus zu betrachten. Sowohl die deutlich gebogene Tibial-Apophyse des Palpus (Abb. 1) als auch die Struktur der Epigyne (Abb. 2c) sind für das Artenpaar P. geniculatus/flavipalpis typisch. Leider ist am Material aus Korfu (OUMNH 1747.16) kaum noch Behaarung vorhanden, die eine der beiden Arten ausschließen würde. Die besser erhaltenen Tiere aus „Palestine?“(OUMNH 1833.58.67, Abb. 1b-c, 2) lassen sich einfacher einordnen. Zumindest bei einem der Männchen (Abb. 2a) ist anhand der Behaarung zu erkennen, dass kein weißer Haarfleck auf dem Prosoma vorhanden ist, was gegen P. flavipalpis spricht.

  • Gegen den Syntypus-Status des P. laevigatus Materials aus Oxford spricht allerdings, dass Simon (1884) bei P. laevigatus explizit auf die gerade Tibial-Apophyse des Palpus im Gegensatz zu der am Ende gebogenen von P. geniculatus hinweist. Jedoch weisen alle Exemplare des potenziellen P. laevigatus Typus-Materials aus Oxford (OUMNH) gebogene Tibial-Apophysen auf (Abb. 1).

  • Unklar in diesem Zusammenhang ist auch der Status von P. calvus. Die Art wurde durch Simon (1868) anhand eines von Pickard-Cambridge auf Korfu gesammelten Jungtieres beschrieben, später aber durch Simon selbst zu P. laevigatus gestellt (Simon 1884). Dem Autor standen hochauflösende Digitalfotos eines mit „Attus calvus“beschrifteten Männchens (OUMNH 1745.25, Abb. 3; vgl. auch Abb. auf S. 101 in Prószyński (1984)) aus der Sammlung von Pickard-Cambridge zur Verfügung. Wenn es sich beim Material aus Oxford wirklich um einen Syntypus der Art handelt (Simmons in litt.), dann müsste diese, als Synonym von P. laevigatus, von der hier vorgeschlagenen Synonymisierung von P. laevigatus mit P. geniculatus ausgenommen werden, da die Form der Tibial-Apophyse des Palpus (Abb. 3c) nicht P. geniculatus entspricht. Das Material aus Oxford weist allerdings keinerlei Behaarung mehr auf (Abb. 3a-b), was eine genaue Art-Zuordnung sehr schwierig macht. Angesichts der Tibial-Apophyse kann es sich aber auf keinen Fall um ein Synonym von P. epularis handeln, wie von Prószyński (1990) vorgeschlagen (vgl. auch Schäfer 2020). Um den genauen Status des Materials in der Sammlung von Pickard-Cambridge aus Oxford zu klären, bedarf es laut Zoë Simmons weiterer Forschung in den Archiven des Museums.

  • Abb. 1:

    Pellenes laevigatus, Männchen, linker Pedipalpus, retrolateral. a. aus Korfu (OUMNH 1747.16, Syntypus?); b-c. aus „Palestine?“(OUMNH 1833.58.67)

    Fig. 1: Pellenes laevigatus, male, left palp, retrolateral view. a. from Corfu (OUMNH 1747.16, syntype?); b-c. from “Palestine?” (OUMNH 1833.58.67)

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    Abb. 2:

    Pellenes laevigatus aus „Palestine?“(OUMNH 1833.58.67). a. Männchen, Dorsalansicht; b. Weibchen, Epigyne (am Tier)

    Fig. 2: Pellenes laevigatus from “Palestine?” (OUMNH 1833.58.67). a. male, dorsal view; b. female, epigyne (not dissected)

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    Abb. 3:

    Pellenes calvus, Männchen aus Korfu (OUMNH 1745.25, Syntypus?). a. Frontalansicht; b. Dorsalansicht; c. linker Pedipalpus, retrolateral

    Fig. 3: Pellenes calvus, male from Corfu (OUMNH 1745.25, syntype?). a. frontal view; b. dorsal view; c. left palp, retrolateral view

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    Pellenes nigrociliatus (Simon, 1875)

  • GRIECHENLAND, Korfu, L13, auf Steinen, 28. Jun. 2019: 1 ♀.

  • Bestimmung. Metzner (1999).

  • Verbreitung. Kanarische Inseln, Europa, Türkei, Israel, Kaukasus, Zentralasien, China (WSC 2021).

  • Philaeus chrysops (Poda, 1761)

  • GRIECHENLAND, Korfu, L10, an Felsen, 26. Jun. 2019: 1 ♂.

  • Bestimmung. Metzner (1999).

  • Verbreitung. Europa (ohne Skandinavien), Nordafrika bis Naher Osten, Türkei, Kaukasus, Russland (Europa bis Fernost), Iran, Zentralasien, Afghanistan, China, Mongolei, Korea (WSC 2021).

  • Phlegra bresnieri (Lucas, 1846)

  • GRIECHENLAND, Korfu, L2, Düne, unter Eryngium maritimum, 24. Jun. 2019: 1 ♀, 3 jj – Reifehäutung 10. Aug. 2019: 1 ♂, 26. Mrz. 2020: 1 ♀, 30. Mai 2020: 1 ♀; L12, an Mauer, 26. Jun. 2019: 1 ♀; L13, litoral, in trockenem Seegras, 26. Jun. 2019: 1 j – Reifehäutung 7. Mai 2020: 1 ♀; L13, auf Steinen, 28. Jun. 2019: 1 ♂.

  • Bestimmung. sensu Metzner (1999): Die Artengruppe um P. bresnieri bedarf einer Revision (Logunov & Azarkina 2006, Wesołowska & van Harten 2007).

  • Verbreitung. Südeuropa, Türkei, Aserbaidschan, Iran, Jemen, Nordafrika, Elfenbeinküste, Tansania, Südafrika (WSC 2021).

  • Phlegra fasciata (Hahn, 1826)

  • GRIECHENLAND, Korfu, L12, Mauer, 27. Jun. 2019: 1 ♀; L4, Wegrand, Steine, 30. Jun. 2019: 1 ♀, 1 j – Reifehäutung 5. Mai 2020: 1 ♀.

  • Bestimmung. Metzner (1999).

  • Verbreitung. Europa, Türkei, Kaukasus, Russland (Europa bis Fernost), Kasachstan, Zentralasien, Iran, Afghanistan, Indien, China, Mongolei, Korea, Japan (WSC 2021).

  • Phlegra lineata (C. L. Koch, 1846)

  • GRIECHENLAND, Korfu, L14, Düne, unter Eryngium maritimum, 3. Jul. 2019: 1 ♀.

  • Bestimmung. sensu Metzner (1999): siehe Bemerkungen zur Bestimmung von P. bresnieri.

  • Verbreitung. Südeuropa, Türkei, Syrien, Russland (Kaukasus) (WSC 2021).

  • Pseudeuophrys obsoleta (Simon, 1868)

  • GRIECHENLAND, Korfu, L11, Laubstreu von Quercus coccifera, 26. Jun. 2019: 1 Eikokon – Reifehäutung 16. Apr. 2020: 1 ♀, 25. Apr. 2020: 1 ♀.

  • Bestimmung. Logunov (1998), Metzner (1999).

  • Verbreitung. Europa (ohne Skandinavien), Türkei, Kaukasus, Russland (Europa bis ferner Osten), Zentralasien, China (WSC 2021).

  • Salticus propinquus Lucas, 1846 (Abb. 4-5)

  • Salticus propinquus Lucas, 1846: 162, Tafel 8, Abb. 1

  • Calliethera olivacea L. Koch, 1867: 868 (♂ Syntypus? [NHMW 13689] geprüft), syn. conf.

  • Die komplette taxonomische Referenzliste ist im Word Spider Catalog (2021) zu finden.

  • Material. GRIECHENLAND, Korfu, L6, Büsche, 24. Jun. 2019: 1 ♀, 3 jj – Reifehäutung 6. Jun. 2020: 1 ♂, 11. Jul. 2020: 1 ♀, 24. Jul. 2020: 1 ♀; L6, auf Ginster, 29. Jun. 2019: 1 ♀.

  • Sonstiges Material. Salticus propinquus: SPANIEN, Andalusien, bei Las Negras, 36,88617°N 2,00604°W, 19 m ü. NN, wasserarmer kleiner Bach, niedrige Vegetation, 29. Mrz. 2016: 6 ♀♀, 3 ♂♂ (PCMS); Laguna de Fuente Piedra, 37,13892°N 4,75113°W, 410 m ü. NN, Holzgeländer, 14. Apr. 2017: 2 ♂♂(PCMS).

  • Diagnose. Die Art weist habituell große Ähnlichkeit zu der im größten Teil der nördlichen Hemisphäre verbreiteten S. scenicus und der in ihrer Verbreitung auf den westlichen Mittelmeerraum beschränkten S. confusus auf. Eine habituelle Trennung ist zumindest bei den Männchen aller drei Arten nicht möglich. Bei den Weibchen bestehen geringfügige Unterschiede in der Musterung des Opisthosoma, die aber aufgrund der intraspezifischen Variabilität der Arten nicht zur alleinigen Bestimmung herangezogen werden sollten. Hinsichtlich der Genitalstrukturen beider Geschlechter bestehen Ähnlichkeiten zu S. mutabilis. Anhand der Form der Tibialapophyse des männlichen Palpus (Abb. 4) und der Form der weiblichen Spermatheken (Abb. 5) ist S. propinquus aber eindeutig von dieser und auch allen anderen Arten der Gattung Salticus abzugrenzen. Bei Metzner (1999: 116, 235, Abb. 81 a–i) und Logunov (1996: 57–58, Abb. 1319, sub S. nahaloren) finden sich ausführliche Beschreibungen der Art und weitere Abbildungen.

  • Verbreitung. Albanien, Algerien, Ägypten, Frankreich mit Korsika, Griechenland mit Kreta, Italien mit Sardinien und Sizilien, Kroatien, Marokko, Nordmazedonien, Portugal, Spanien, Türkei, Zypern (Nentwig et al. 2021), Israel (Metzner 1999).

  • Kommentar. Das von Erber auf Korfu gesammelte und durch Koch (1867) als neue Art Salticus olivaceus beschriebene Männchen (NHMW 13689) muss aufgrund seiner Genitalmorphologie (Abb. 6, vgl. auch Prószyński 1984, Abb. auf S. 128: Palpus, Syntypus von Korfu) und der Beschreibung (Koch 1867) zu S. propinquus gestellt werden. Dies ist bereits durch Metzer (1999) geschehen (syn. conf.). Der späteren Aufhebung dieser Synonymie durch Prószyński (2003: 167) kann nicht gefolgt werden. Die von ihm angeführten diagnostischen Merkmale („differs from S. propinquus by tip of embolus surrounded by a kind of sheet, produced at the top of bulbus; also by the shape of tibial apophysis, dorsally diagonal.”) lassen sich anhand des vorliegenden Materials nicht nachvollziehen. Anhand des vom Autor untersuchten Syntypus von Salticus olivaceus (NHMW 13689) sind keine signifikanten Unterschiede zum Männchen von S. propinquus feststellbar.

  • Genauso zeigt die von Schenkel (1938) im Rahmen der Erstbeschreibung des Weibchens von S. olivaceus abgebildete Epigyne, genau wie die Beschreibung selbst, eindeutig P. propinquus. Auch hier ist die Synonymisierung durch Metzner (1999) gerechtfertigt. Unabhängig davon ist bereits Schenkels Zuordnung zur damals noch „weibchenlosen“Art S. olivaceus zweifelhaft, da zusammen mit dem beschriebenen Weibchen keine männlichen Exemplare aufgefunden wurden, die eine Art-Zuordnung zulassen würden. Ein „?“hinter dem wissenschaftlichen Artnamen zeigt, dass auch Schenkel selbst Zweifel hatte. Warum Schenkel das Weibchen damals nicht als S. propinquus identifiziert hat, ist unklar, zumal die Art zu diesem Zeitpunkt schon fast 100 Jahre bekannt war. Die schlechte Datenlage und das Fehlen von Abbildungen der Genitalstrukturen in der damaligen Literatur (Lucas 1846, Simon 1937) könnten das erklären.

  • Abb. 4:

    Salticus propinquus, Männchen aus Spanien, linker Pedipalpus. a. ventral; b. retrolateral

    Fig. 4: Salticus propinquus, male from Spain, left palp. a. ventral view; b. retrolateral view

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    Abb. 5:

    Salticus propinquus, Weibchen aus Spanien, Epigyne

    Fig. 5: Salticus propinquus, female from Spain, epigyne

    img-z6-1_84.jpg

    Abb. 6:

    Salticus propinquus (Syntypus von Salticus olivaceus), Männchen aus Korfu (NHMW 13689, Syntypus?), linker Pedipalpus. a. ventral; b. retrolateral

    Fig. 6: Salticus propinquus (Syntype of Salticus olivaceus), male from Corfu (NHMW 13689, syntype?), left palp. a. ventral view; b. retrolateral view

    img-A3ln_84.jpg

    Salticus unciger (Simon, 1868) (Abb. 7-11)

  • Callietherus unciger Simon, 1868: 660 (♂ Lectotypus [NHMW 12604] geprüft)

  • Callietherus mandibularis Simon, 1868: 658, Tafel 7, Abb. 1

  • (♂ Holotypus aus coll. O. Pickard-Cambridge [OUMNH 1747.17] geprüft). syn. nov.

  • Die komplette taxonomische Referenzliste ist im Word Spider Catalog (2021) zu finden.

  • Material. GRIECHENLAND, Korfu, L15, Steine, 24. Jun. 2019: 1 ♀; L10, Hauswand, 26. Jun. 2019: 2 ♂♂; L12, Mauer, 26. Jun. 2019: 4 ♀♀; L12, Mauer, 28. Jun. 2019: 5 ♀♀, 5. Okt. 2019: 1 Eikokon (in Gefangenschaft) – Reifehäutung 04. Jun. 2020: 1 ♂, 13. Aug. 2020: 1 ♂, 9. Okt. 2019: 1 Eikokon (in Gefangenschaft) – Reifehäutung 16. Mai 2020: 1 ♂; L12, Mauer, 29. Jun. 2019: 1 ♀; L12, Mauer, 30. Jun. 2019: 3 ♀♀; L12, Mauer, 2. Jul. 2019: 1 ♀.

  • Diagnose. Die Art weist große Ähnlichkeit zu der im gesamten Mittelmeerraum weit verbreiteten S. mutabilis auf. Eine habituelle Trennung ist aufgrund der intraspezifischen Variabilität beider Arten nicht möglich (vgl. auch Hansen 1994). Beide Geschlechter von S. unciger sind aber eindeutig anhand ihrer Genitalstrukturen (Abb. 710) von allen anderen Arten der Gattung Salticus abzugrenzen. Weitere Abbildungen finden sich in Hansen (1994: Abb. 13), Metzner (1999: Abb. 79 h–i, sub S. mandibularis), Prószyński (1984: 128–129) und Thaler (1983: 296, Abb. 14).

  • Verbreitung. Albanien, Frankreich, Griechenland (sub S. mandibularis), Italien (sub S. mandibularis und sub S. unciger), Malta, Kroatien (sub S. mandibularis), Schweiz, Slowenien (Nentwig et al. 2021).

  • Kommentar. Die Bestimmung erfolgte anhand der Epigynen-Struktur (Abb. 8) der gesammelten weiblichen Exemplare, welche bei allen Individuen mit den Abbildungen in Hansen (1994: 130, Abb. 3) und Prószyński (1984: 129) übereinstimmt. Zudem weisen deren männliche Nachkommen die in Hansen (1994: 130, Abb. 12), Prószyński (1984: 128) und Thaler (1983: 296, Abb. 14) abgebildeten Palpen-Strukturen auf (Abb. 7). Die eigentliche Erstbeschreibung der Art durch Simon (1868: 660, sub Callietherus unciger) nennt nicht genug Merkmale, um die Art von allen anderen Salticus-Arten abgrenzen zu können (siehe auch Hansen 1994).

  • Mit Hilfe der durch die Nachzucht garantierten Konspezifität beider Geschlechter konnte auch die an einem weiteren Fundort einzeln gefundenen männlichen Exemplare dieser Art zugeordnet werden.

  • Die Insel Korfu ist außerdem der Locus typicus von Salticus mandibularis, von der bisher nur das Männchen durch Simon (1868: 658, Tafel 7, Abb. 1, sub Callietherus mandibularis) beschrieben wurde. Auch dessen Erstbeschreibung enthält, ähnlich wie die von S. unciger, ungenügend artabgrenzende Merkmale. Eine eindeutige Identifikation macht erst Metzner (1999) möglich, welcher den Holotypus (Korfu, leg. Pickard-Cambridge – 1 ♂, OUMNH: B. 1747.t.17) erneut untersucht und abgebildet hat. Die dort gezeigten Palpus-Strukturen (Metzner 1999: 233, Abb. 79 h–i) stimmen mit denen der vom Autor als Salticus unciger bestimmten männlichen Exemplare überein.

  • Die von Metzner (1999) als charakteristisch für S. mandibularis aufgeführten Merkmale – lange Chelizeren und weiße Opisthosoma-Behaarung – treffen so für mehrere Salticus-Arten zu und lassen eine Abgrenzung von S. unciger nicht zu, zumal auch die von Metzner erwähnte und Simons Erstbeschreibung zugeschriebene weiße Opisthosoma-Behaarung sich nicht in dessen Erstbeschreibung der Art finden lässt. Vielmehr erwähnt Simon für von S. mandibularis lediglich „weiße Hinterleibsränder“und sogar, dass das von ihm untersuchte Typus-Material „[schon] sehr unbehaart“war. Es ist daher von einer Synonymie beider Arten auszugehen. Dem Autor standen außerdem sowohl der Lectotypus von S. unciger (NHMW 12604, Abb. 9) als auch hochauflösende Fotos des Holotypus von S. mandibularis (OUMNH 1747.17, Abb. 10) zur Verfügung, deren direkter Vergleich die Synonymie bestätigt. Die Problematik wurde von Metzner (1999) vermutlich übersehen, da er ausschließlich die griechische Salticiden-Fauna bearbeitet hat und es für Griechenland keine Nachweise von S. unciger gab. Da beide Arten durch Simon in derselben Arbeit beschrieben wurden, wird die Priorität hier nach ICZN Artikel 24.2 („Prinzip des ersten revidierenden Autors“) festgelegt. Dabei wird dem Namen S. unciger, der in der Vergangenheit weitaus häufiger in der Literatur Erwähnung findet und damit als etablierter gelten kann, der Vorzug gegeben; S. mandibularis wird somit zum jüngeren Synonym (syn. nov.).

  • Abb. 7:

    Salticus unciger, Männchen aus Korfu, linker Pedipalpus. a. ventral; b. retrolateral

    Fig. 7: Salticus unciger, male from Corfu, left palp. a. ventral view; b. retrolateral view

    img-z7-1_84.jpg

    Abb. 8:

    Salticus unciger, Weibchen aus Korfu, Epigyne

    Fig. 8: Salticus unciger, female from Corfu, epigyne

    img-z7-6_84.jpg

    Abb. 9:

    Salticus unciger, Männchen aus Meran (NHMW 12604, Lectotypus), linker Pedipalpus. a. ventral; b. retrolateral

    Fig. 9: Salticus unciger, male from Meran (NHMW 12604, lectotype), left palp. a. ventral view; b. retrolateral view

    img-z7-9_84.jpg

    Abb. 10:

    Salticus unciger (Holotypus von S. mandibularis aus Korfu; OUMNH 1747.17), linker Pedipalpus. a. ventral; b. retrolateral

    Abb. 10: Salticus unciger (holotype of S. mandibularis from Corfu; OUMNH 1747.17), left palp. a. ventral view; b. retrolateral view

    img-z7-13_84.jpg
  • Salticus unicolor (Simon, 1868) (Abb. 12-13, 17b, 18a-b, 19)

  • Callietherus unicolor Simon, 1868: 661 (♂ Holotypus coll.

  • O. Pickard-Cambridge [OUMNH 1747.18] geprüft)

  • Salticus quagga Miller, 1971: 132, Tafel XVIII, Abb. 20-21.

  • syn. nov. (♂ Holotypus [NMPC P6A 7391 – nur noch Pal-pen vorhanden] geprüft)

  • Salticus zebraneus; Miller 1971: 132, Tafel XVIII, Abb. 19 (Fehlidentifikation ♀, hiermit festgestellt)

  • Salticus zebraneus; Metzner 1999: Abb. 82d-e (Fehlidentifikation ♀, hiermit festgestellt)

  • Die komplette taxonomische Referenzliste ist im Word Spider Catalog (2021) zu finden.

  • Material. GRIECHENLAND, Korfu, L12, Mauer, 26. Jun. 2019: 1 ♀, 10. Jul. 2019: 1 Eikokon (in Gefangenschaft) – Reifehäutung 04. Jun. 2020: 1 ♀, 6. Jun. 2020: 1 ♂, 25. Okt. 2020: 1 ♂; L12, Mauer, 29. Jun. 2019: 1 ♀, 17. Aug. 2019: 1 Eikokon (in Gefangenschaft) – Reifehäutung 10. Jun. 2020: 1 ♂, 24. Jun. 2020: 1 ♂, 13. Aug. 2020: 1 ♀; L12, Mauer, 30. Jun. 2019: 1 ♀, 7. Aug. 2019: 1 Eikokon (in Gefangenschaft) – Reifehäutung 14. Mai 2020: 1 ♂, 26. Jun. 2020: 1 ♀.

  • Sonstiges Material. Salticus unicolor (Simon, 1868): BULGARIEN, Batchkowo, 41,940528°N 24,858254°E, 467 m ü. NN, Laubwald an Hang, Tallage, schattig, 11. Mai 2018: 1 ♂ (PCMS, leg. A. Grabolle); Sofia, Garten, 42,69643°N 23,312164°E, 552 m ü. NN, Garten, auf Euonymus japonicaBusch,16.Mai2020:1♂(PCSI);Sofia,Südpark,42,664598°N 23,304518°E, 587 m ü. NN, Park in Flussnähe, unter Sequoiadendron giganteum-Rinde, Parkanlage in Wiesennähe, auf Fraxinus-Zweig, 20. Mai 2020: 2 ♂♂ (PCSI); Sofia, Südpark, 42,679458°N 23,314103°E, 564 m ü. NN, „Hundepark“in der Nähe des Perlovska-Flusses, 20. Mai 2020: 1 ♀ (PCSI); Sofia, in Nähe der Universität, 42,691033°N 23,336532°E, 543 m ü. NN, Straßenrand, unter Platanus-Rinde, 29. Mai 2020: 1 ♀ (PCSI).

  • Salticus zebraneus (C. L. Koch, 1837): BULGARIEN, Batak Stausee, 42,011505°N 24,190588°E, 1123 m ü. NN, unter Steinen, trocken, semiruderal, 10. Mai 2018: 1 ♂ (PCMS); DEUTSCHLAND, Berlin, Rahnsdorf, 52,43821°N 13,70808°E, 54 m ü. NN, an Kiefern, 20. Mai 2020: 4 ♂♂, 4 ♀♀(PCMS). GRIECHENLAND, Kreta, Armeni, 35,31658°N 24,46107°E, 365 m ü. NN, auf Eichenstamm, 11. Mai 2018: 1 ♀ (PCMS); Kournas See, 35,33540°N 24,27617°E, 21 m ü. NN, Tamarisken-Gebüsche am Seeufer, 13. Mai 2018: 1 ♂, 2 ♀♀ (PCMS).

  • Diagnose. Die Art weist große Ähnlichkeit mit Salticus zebraneus auf. Eine habituelle Trennung ist aufgrund der intraspezifischen Variabilität beider Arten sehr schwierig. Beide Geschlechter sind aber anhand ihrer Genitalstrukturen eindeutig von dieser abzugrenzen. Bei den Weibchen von S. unicolor verlaufen die Samenkanäle bogenförmig von den Grubenrändern nach oben (Abb. 18 a-b) während sie sich bei S. zebraneus mehr oder weniger parallel gegenüber liegen (Abb. 18 c-d). Beim männlichen Palpus finden sich deutliche Unterschiede in der Form des Tegulum und des Bulbus (Abb. 17). Weitere Abbildungen finden sich in Metzner (1999: Abb. 82 d-e, sub S. zebraneus), Miller (1971: Tafel XVIII, Abb. 20-21, sub S. quagga) und Szűts et al. (2003: Abb. 6-9, sub S. quagga).

  • Verbreitung. Griechenland, Slowakei (sub S. quagga), Ungarn (sub S. quagga) (Nentwig et al. 2021). Neu für Bulgarien.

  • Beschreibung nach Alkoholmaterial. ♂: Prosoma dorsal dunkelbraun, lateral am unteren Rand dicht mit weißen Schuppenhaaren besetzt. Kopfplatte schwarz, hinter den vorderen Medianaugen mit dreieckigem, weiß beschuppten Fleck. Vor den hinteren Lateralaugen mit kleinen Flecken aus dichten gelblichen Schuppenhaaren, dahinter mit etwas größeren Flecken aus weißen Schuppenhaaren. Übriger Teil des Prosoma spärlich gelblich-bronzefarben beschuppt. Gesichtsbereich unbehaart oder mit wenigen einzelnen weißen Haaren. Chelizeren orangebraun. Sternum und Labium dunkelbraun mit vereinzelten hellen Haaren. Maxillen hellbraungelblich. Opisthosoma dorsal braun mit bronzefarbenen und weißen Schuppenhaaren. Letztere bilden vier jeweils in der Mitte unterbrochene, Horizontalbänder, die sich auf dem gesamten Opisthosoma verteilen. Hinterleib ventral braun mit wenigen lateralen weißen Schuppenhaaren. Spinnwarzen braun, distal etwas heller. Beine orange-braun gefleckt, Metatarsus und Tarsus hellgelb ohne Flecken. Alle Beine teilweise weiß beschuppt und mit abstehenden, langen schwarzen Haaren. Pedipalpus dunkel orange-braun, dorsal mit weißen Schuppenhaaren. Cymbium grau. Palpusmorphologie wie in Abb. 12-13 dargestellt. Maße (n = 5; in mm): Prosoma-Länge (PL): 1,73–1,87; Prosoma-Breite (PB): 1,11–1,23; Opisthosoma-Länge (OL): 1,46–1,87; Opisthosoma-Breite (OB): 0,90–1,07; Breite der Augenreihe 1 (AR 1): 0,92–0,98; Breite von Augenreihe 3 (AR 3): 0,92–1,00; Länge des Okularquadrats (OKL): 0,68–0,79. Verhältnisse: PL: PB = 1,48–1,64: 1; AR1: AR 3 = 1: 1–1,07.

  • ♀: Prosoma dorsal braun, heller als beim Männchen, lateral am unteren Rand dicht mit weißen Schuppenhaaren besetzt. Kopfplatte schwarz, hinter den vorderen Medianaugen mit weißem Schuppenband lateral bis zu den vorderen Lateralaugen. Vor den hinteren Lateralaugen, ähnlich wie beim Männchen, kleine Flecken aus dichten gelblich-weißen Schuppenhaaren, dahinter mit vier weißen Schuppen-Bändern, welche sich im hinteren Prosoma-Drittel mittig treffen und von dort lateral und retrolateral bis zum Prosoma-Rand verlaufen. Übriger Teil des Prosoma, je nach Variante, mehr oder weniger dicht gelblich-bronzefarben beschuppt (vgl. Abb. 19b-c). Gesichtsbereich dicht weiß behaart. Chelizeren hellbraun mit einigen weißen Haaren. Sternum und Labium braun. Sternum am Rand mit wenigen weißen Haaren. Maxillen orange. Opisthosoma dorsal braun, anterior mit weißer durchgehender Horizontalbande. An diese anschließend, median ein grauer Haarstreifen, von welchem lateral drei weiße Haarbänder nach hinten ziehen. Dazwischen, je nach Variante, schwarz mit wenigen gelblichbraunen Haaren oder komplett gelblichbraun behaart (vgl. Abb. 19b-c). Hinterleib ventral gelblichweiß mit weißen Schuppenhaaren bedeckt. Spinnwarzen braun, distal etwas heller. Beine gelblichweiß, mit einzelnen bräunlichen Ringen. Metatarsus und Tarsus hellorange. Alle Beine teilweise weiß beschuppt und mit abstehenden, braunen Haaren. Epigyne wie in Abb. 18a-b dargestellt. Maße (n = 4; in mm): Prosoma-Länge (PL): 2,15–2,50; Prosoma-Breite (PB): 1,38–1,60; Opisthosoma-Länge (OL): 2,28–2,83; Opisthosoma-Breite (OB): 1,42–2,00; Breite der Augenreihe 1 (AR 1): 1,15–1,33; Breite von Augenreihe 3 (AR 3): 1,15–1,36; Länge des Okularquadrats (OKL): 0,84–0,95. Verhältnisse: PL: PB = 1,52–1,66: 1; AR 1: AR 3 = 1: 1–1,03.

  • Kommentar. Die Bestimmung erfolgte anhand der männlichen Nachkommen der auf Korfu gesammelten weiblichen Tiere, welche mit dem Holotypus von Salticus unicolor (OUMNH 1747.18, Abb. 16) verglichen wurden.

  • Alle gesammelten Weibchen weisen die Epigynenstruktur auf, die sowohl Miller (1971: S. 133, Abb. 19) als auch Metzner (1999: S. 236, Abb. 82 d-e; als eine von zwei Varianten) als Epigyne von Salticus zebraneus abbilden – im Gegensatz zu allen anderen Epigynen-Abbildungen von S. zebraneus in der Literatur (Almquist 2006, Brændegaard 1972, Dahl 1926, Fuhn & Gherasim 1995, Harm 1969, Heimer & Nentwig 1991, Jackson 1908, Locket & Millidge 1951, Menge 1877, Pickard-Cambridge 1909, Roberts 1985, Simon 1937, Tullgren 1944, Tystshenko 1971, Waaler 1967, Żabka 1997). Metzner (1999: S. 236, Abb. 82d-e) zeigt die Epigyne als eine von zwei Salticus zebraneus-Varianten. Es ist daher davon auszugehen, dass es sich auch bei den in Miller (1971) und Metzner (1999) für S. zebraneus abgebildeten Epigynen, um die des bisher ungeschriebenen Weibchens von S. unicolor handelt. Eine Überprüfung von Salticus zebraneus-Material hinsichtlich dieser Merkmale, besonders aus dem südost-europäischen und sub-mediterranen Raum, ist sinnvoll.

  • Der von Metzner (1999) aufgeführten potenziellen Synonymie von S. unicolor mit S. zebraneus kann nicht gefolgt werden. Zwar vermutet auch schon Simon (1884) selbst in der von ihm beschriebenen Art nur eine Variante von S. zebraneus („C. unicolor n'est qu'une variété pâle de zebranea“), dies kann aber nach der Sichtung des Holotypus von S. unicolor (OUMNH 1747.18, Abb. 16) durch den Autor nicht bestätigt werden. Die männliche Genitalmorphologie beider Arten ist sichtbar verschieden (Abb. 12-17), was besonders an der Form des Tegulum und des Bulbus deutlich wird (Abb. 17).

  • Weiterhin wird die Art Salticus quagga Miller, 1971 mit Salticus unicolor synonymisiert (syn. nov.). Auch hier ist bisher nur das Männchen der Art bekannt. Die Abbildungen des Palpus in Miller (1971) und Szűts et al. (2003) weisen dieselbe unverwechselbare Morphologie wie der Holotypus von Salticus unicolor und das gesammelte korfiotische Material auf.

  • Weiteres Material von Salticus unicolor wurde dem Autor durch Simeon Indzhov zur Verfügung gestellt (Abb. 13, 18b), welcher die Art als Salticus quagga in Bulgarien gesammelt hat. Dort ist diese überall im Stadtgebiet von Sofia weit verbreitet und häufig anzutreffen (Indzhov in litt.). Die bisher fehlenden bulgarischen Nachweise von S. quagga (WSC 2021) legen die Vermutung nahe, dass die Art hier bisher übersehen bzw. Funde in der Vergangenheit aufgrund der genitalmorphologischen Ähnlichkeit zu S. zebraneus gestellt wurden, welche ebenfalls in Bulgarien vorkommt. Die Genitalstrukturen der bulgarischen und der korfiotischen Tiere unterscheiden sich bei beiden Geschlechtern nur in nicht signifikanten Details (Abb. 12-13, 18a-b), die als intraspezifische Variationen zu deuten sind.

  • Ob sich hinter denen vom Autor auf Kreta gefundenen (Schäfer 2020) und bisher zu Salticus zebraneus gestellten Tieren (Abb. 15, 18d) eine weitere bisher übersehene Salticus Art aus dem S. zebraneus-Artenkreis verbirgt, bedarf weiterer Aufmerksamkeit. Bei den Genitalstrukturen beider Geschlechter sind zumindest einige Unterschiede zur Nominatform von S. zebraneus zu erkennen. Beim Palpus unterscheidet sich die Form des Embolus geringfügig (Abb. 14-15), bei der Epigyne die Form der Einführöffnungen (Abb. 18c-d). Während diese bei der Nominatform von S. zebraneus eher länglich sind und sich lediglich durch die sie umgebene dunklere Färbung von den Samenkanälen abgrenzen (Abb. 18c), sind sie bei den kretischen Tieren kreisrund und „sitzen wie Kugeln“oben auf den Samenkanälen auf (Abb. 18d). Letztere Struktur zeigt auch Metzner (1999) als Typ II von S. zebraneus. In jedem Fall sind die Unterschiede aber nicht so deutlich wie die zwischen S. unicolor und S. zebraneus. Eventuell schafft eine zukünftige DNA-Analyse hier mehr Klarheit.

  • Abb. 11:

    Salticus unciger aus Korfu, Dorsalansicht. a. Männchen; b. Weibchen

    Fig. 11: Salticus unciger from Corfu, dorsal view. a. male; b. female

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    Abb. 12:

    Salticus unicolor, Männchen aus Korfu, linker Pedipalpus. a. ventral; b. retrolateral

    Fig. 12: Salticus unicolor, male from Corfu, left palp. a. ventral view; b. retrolateral view

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    Abb. 13:

    Salticus unicolor, Männchen aus Bulgarien, linker Pedipalpus. a. ventral; b. retrolateral

    Fig. 13: Salticus unicolor, male from Bulgaria, left palp. a. ventral view; b. retrolateral view

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    Abb. 14:

    Salticus zebraneus, Männchen aus Bulgarien, linker Pedipalpus. a. ventral; b. retrolateral

    Fig. 14: Salticus zebraneus, male from Bulgaria, left palp. a. ventral view; b. retrolateral view

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    Abb. 15:

    Salticus zebraneus, Männchen von Kreta, linker Pedipalpus. a. ventral; b. retrolateral

    Fig. 15: Salticus zebraneus, male from Crete, left palp. a. ventral view; b. retrolateral view

    img-z9-19_84.jpg

    Abb. 16:

    Salticus unicolor, Männchen aus Korfu (OUMNH 1747.18, Holotypus), linker Pedipalpus. a. ventral; b. retrolateral

    Abb. 16: Salticus unicolor, male from Corfu (OUMNH 1747.18, holotype), left palp. a. ventral view; b. retrolateral view

    img-z10-1_84.jpg

    Abb. 17:

    Salticus unicolor und S. zebraneus, Männchen, linker Pedipalpus, Tegulum. a. S. zebraneus aus Deutschland; b. S. unicolor aus Bulgarien

    Fig. 17: Salticus unicolor and S. zebraneus, male, left palp, tegulum. a. S. zebraneus from Germany; b. S. unicolor from Bulgaria

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    Synageles dalmaticus (Keyserling, 1863)

  • GRIECHENLAND, Korfu, L6, Büsche, 24. Jun. 2019: 1 ♂; L6, auf Ginster, 29. Jun. 2019: 2 ♀♀.

  • Bestimmung. Metzner (1999).

  • Verbreitung. Mittelmeerraum, Bulgarien, Rumänien, Ukraine, Kaukasus (Russland, Aserbaidschan) (WSC 2021).

  • Talavera aequipes (O. Pickard-Cambridge, 1871) (Abb. 20)

  • GRIECHENLAND, Korfu, L13, litoral, in trockenem Seegras, 26. Jun. 2019: 1 ♀; L14, Düne, unter Eryngium maritimum, 3. Jul. 2019: 1 ♂.

  • Bestimmung. Logunov & Kronestedt (2003).

  • Verbreitung. Europa,Türkei,Israel,Kaukasus,Iran,Russland (Europa) bis Zentralasien, China, Japan (WSC 2021). Neu für Korfu.

  • Thyene imperialis (Rossi, 1846)

  • GRIECHENLAND, Korfu, L16, Gespinst in Segge, 26. Jun. 2019: 1 ♀.

  • Bestimmung. Metzner (1999).

  • Verbreitung. Südeuropa, Nord-und Ostafrika, Naher Osten bis Zentralasien und China, Pakistan, Indien, Indonesien (WSC 2021).

  • Schlussfolgerung

    Mit Heliophanus equester, Neaetha absheronica, Pellenes florii und Talavera aequipes werden vier Arten neu für Korfu gemeldet. Damit sind nun insgesamt 51 Springspinnen-Arten für die Insel nachgewiesen (Tab. 2). Das Arteninventar ist somit auf dem gleichen hohen Niveau wie das der Insel Rhodos (Schäfer & Breitling 2018), und wird unter den griechischen Inseln nur noch von Kreta übertroffen (Schäfer 2020), die mit Abstand die größte der griechischen Inseln ist. Das gemeldete Vorkommen von zwei der Arten (Neaetha membrosa, Salticus zebraneus) beruht jedoch wahrscheinlich auf falschen Annahmen (siehe Text und Tab. 2) und wird angezweifelt. Bei zwei weiteren Arten (Pellenes calvus, Pellenes laevigatus) bestehen Unklarheiten bezüglich der Artzuordnung (siehe Text und Tab. 2-3), die einer weiteren Bearbeitung bedürfen.

    Von den 17 Springspinnen-Arten, für die Korfu die Ty-pus-Lokalität darstellt (Tab. 2-3), von denen der Großteil durch Simon (1868) anhand von Material, welches Pickard-Cambridge auf der Insel sammelte, neu beschrieben wurde, sind nun nur noch 8 Arten als valide anzusehen.

    Herauszuheben ist dabei die Bestätigung des Artstatus von Salticus unicolor, welche in der Vergangenheit durch einige Autoren zu S. zebraneus gestellt (Metzner 1999) bzw. in ihrem Status als valide Art angezweifelt (Simon 1884) oder zur Neubewertung vorgeschlagen wurde (Bosmans & Chatzaki 2005). Mit S. mandibularis, S. olivaceus und S. quagga gelten nun außerdem drei Springspinnen-Taxa aus der Gattung Salticus als Synonyme, was die Anzahl der Vertreter dieser Gattung in Europa (Nentwig et al. 2021) von 21 auf 18 reduziert. Eine weitere Revision der Gattung ist wünschenswert.

    Auch die Beschäftigung mit Europas bisher bekannter Salticidenfauna führt sichtlich zu neuen Erkenntnissen. Das bisherige Arteninventar wird nicht nur durch Neuankömmlinge beeinflusst, sondern ist auch immer noch durch die Bearbeitung der bisher bekannten Taxa im Wandel.

    Abb. 18:

    Salticus unicolor und S. zebraneus, Weibchen, Epigyne. a-b. S. unicolor. a. aus Korfu; b. aus Bulgarien; c-d. S. zebraneus. c. aus Bulgarien; d. aus Kreta

    Fig. 18: Salticus unicolor and S. zebraneus, female, epigyne. a-b. S. unicolor. a. from Corfu; b. from Bulgaria; c-d. S. zebraneus. c. from Bulgaria; d. from Crete

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    Abb. 19:

    Salticus unicolor aus Korfu, Dorsalansicht. a. Männchen; b-c. Weibchen-Variationen

    Fig. 19: Salticus unicolor from Corfu, dorsal view. a. male; b-c. variations in female habitus

    img-z11-2_84.jpg

    Abb. 20:

    Talavera aequipes aus Korfu, Dorsalansicht. a. Männchen; b. Weibchen

    Fig. 20: Talavera aequipes from Corfu, dorsal view. a. male; b. female

    img-AihRH_84.jpg

    Tab. 2:

    Für die Insel Korfu nachgewiesene (Typ lok.:„ד= Korfu ist der Locus typicus,„(×)“= Korfu ist der Locus typicus eines Synonym, s. Tab. 3) Sammelmethoden: Hnd = Handaufsammlung, Klp = Klopfschirm, StK = Streifkescher

    Tab. 2: Records of Salticidae from the Island of Corfu (Typ lok.: “×” = Corfu is the Locus typicus, “(×)” = Corfu is the Locus typicus of a synonym, see Tab. 3) Collecting methods: Hnd = hand collection, Klp = beating tray, StK = sweep net

    img-AQmsU_84.gif

    Tab. 3:

    Arten mit Korfu als Typus-Lokalität, welche nicht länger für Korfu gültig sind

    Tab. 3: Species with Corfu as type locality, which are no longer valid for Corfu

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    Danksagung

    Vielen Dank an Rainer Breitling für seine Hinweise während der Erstellung des Manuskriptes und die Übersetzung der Zusammenfassung ins Englische. Danke an Petr Dolejš, Christoph Hörweg, Zoë Simmons und Simeon Indzhov für das Ausleihen von Vergleichsmaterial bzw. die Nutzung von Fotos. Weiterhin gilt mein Dank Theo Blick und allen Gutachtern für ihre Geduld und die nützlichen Kommentare.

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    Received: 3 December 2021; Accepted: 11 April 2021; Published: 27 April 2021
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